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STIKO empfiehlt heterologes Impfschema nach Erstimpfung mit Vaxzevria

This article was published on
July 2, 2021

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Am 01.07.2021 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) eine neue Empfehlung zum Impfschema nach einer Erstimpfung mit dem Vektorimpfstoff Vaxzevria des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca verkündet. Vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren sollten Personen, „die Vaxzevria als 1. Impfstoffdosis erhalten haben, unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff als 2. Dosis mit mindestens vierwöchigem Impfabstand zur 1. Impstoffdosis“ erhalten. Die wissenschaftliche Begründung der Stellungnahme liegt noch nicht vor.

Am 01.07.2021 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) eine neue Empfehlung zum Impfschema nach einer Erstimpfung mit dem Vektorimpfstoff Vaxzevria des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca verkündet. Vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren sollten Personen, „die Vaxzevria als 1. Impfstoffdosis erhalten haben, unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff als 2. Dosis mit mindestens vierwöchigem Impfabstand zur 1. Impstoffdosis“ erhalten. Die wissenschaftliche Begründung der Stellungnahme liegt noch nicht vor.

Publication

Safety and immunogenicity report from the Com-COV study – A single-blind randomised non- inferiority trial comparing heterologous and homologous prime-boost schedules with an adenoviral vectored and mRNA COVID-19 vaccine

Not peer-reviewed
This work has not been scrutinised by independent experts, or the story does not contain research data to review (for example an opinion piece). If you are reporting on research that has yet to go through peer-review (eg. conference abstracts and preprints) be aware that the findings can change during the peer review process
Peer-reviewed
This work was reviewed and scrutinised by relevant independent experts.

Safety, reactogenicity, and immunogenicity of homologous and heterologous prime-boost immunisation with ChAdOx1-nCoV19 and BNT162b2: a prospective cohort study

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A Prothrombotic Thrombocytopenic Disorder Resembling Heparin-Induced Thrombocytopenia Following Coronavirus-19 Vaccination

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Heterologous ChAdOx1 nCoV-19 and BNT162b2 prime-boost vaccination elicits potent neutralizing antibody responses and T cell reactivity

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An infectivity-enhancing site on the SARS-CoV-2 spike protein targeted by antibodies

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Immunogenicity and reactogenicity of a heterologous COVID-19 prime-boost vaccination compared with homologous vaccine regimens

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What our experts say

Context and background

Resources

Media briefing

Media Release

Expert Comments: 

Prof. Dr. Leif-Erik Sander

Auf die Frage, wie die Variante B.1.617 anhand der bisherigen Informationen und dem Preprint einzuschätzen sei:
„Die Ausbreitung der B.1.617-Variante ist vor allem aufgrund der hohen Inzidenzen und der Überlastung des indischen Gesundheitssystems besorgniserregend. Es bleibt abzuwarten, ob die Variante einen ähnlichen Vorteil in der Verbreitung hat, wie die B.1.1.7-Variante. Die Mutationen im Spikeprotein scheinen keine deutliche Abschwächung der Antikörperneutralisation zu verursachen, so dass ich nicht erwarte, dass der Impfschutz durch diese Virusvariante gefährdet ist.“

„Einige Mutationen liegen an den gleichen Positionen wie in B.1.1.7 beziehungsweise in B.1.351 und P1. Allerdings sind die Veränderungen in den Aminosäuren, also den Bausteinen des Spikeproteins, nicht identisch. Das könnte auch erklären, warum die Antikörperneutralisation nicht so stark reduziert ist, wie bei B.1.351.“

Auf die Frage, wie Journalist*innen zum jetzigen Zeitpunkt über die vorläufigen Ergebnisse berichten sollten:
„Ich denke, dass aktuell ein Hauptfokus darauf liegen sollte, auf die alarmierende humanitäre Lage in Indien aufmerksam zu machen und auf die generelle Notwendigkeit einer konsequenten Surveillance (Überwachung der zirkulierenden Virusvarianten; Anm. d. Red.) in Deutschland hinzuweisen. Ein Grund zur Sorge, dass die Impfungen durch diese Virusvariante ihre Wirksamkeit verlieren, besteht aktuell nicht.

Clemens Wendtner

Die Empfehlung der STIKO hinsichtlich einer heterologen COVID-19-Impfung (Kreuzimpfung) mit Vaxzevria (AstraZeneca) gefolgt von einem mRNA-Impfstoff (zum Beispiel Comirnaty von BioNTech) ist aus ärztlicher Sicht sehnlichst erwartet worden. Nunmehr gibt es eine Präzisierung und Klarstellung auf der Basis wissenschaftlicher Daten: eine Kreuzimpfung ist effektiver als eine zweifache Impfung mit dem Vektorimpfstoff Vaxzevria.

Dies gilt nunmehr auch unabhängig vom Alter, konkret sollen also auch ältere Personen jenseits des 60. Lebensjahres nach Erstimpfung mit Vaxzevria möglichst mit dem Impfstoff von BioNTech oder Moderna geimpft werden.

Für jüngere Patienten bleibt die Empfehlung ein wenig theoretisch: denn in der Regel sollten jüngere Personen ohnehin bei der Erstimpfung einen mRNA-Impfstoff erhalten. Die Impfung mit dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca ist bei Jüngeren prinzipiell möglich, aber ist in der Risikoabwägung hinsichtlich Nebenwirkungen ungünstiger einzustufen im Vergleich zu mRNA-Impfstoffen.

Trotz aller neuen Optionen bezüglich der Kreuzimpfung gilt: der Schutz vor der Delta-Variante gelingt nach aktueller Datenlage am besten mit zweimaliger Gabe eines mRNA-Impfstoffes – dies ist bei ausreichender Verfügbarkeit von Impfstoffen immer noch die präferierte Option. Auf der anderen Seite drängt die Zeit und es ist besser, jetzt schnell möglichst viele Menschen zu impfen.”

Dies gilt sowohl für den Individualschutz der Geimpften als auch hinsichtlich eines Gemeinschaftsschutzes (Herdenimmunität), der nach derzeitigen Modellierungen angesichts der Delta-Variante eher deutlich höher als bei 80 Prozent anzusetzen ist: Während ein Infizierter mit der ursprünglichen Wuhan-Mutante drei Personen im Schnitt angesteckt hat, liegt dieser Wert bei der Delta-Variante nach neuesten Schätzungen eher bei 6 weiteren Infizierten. Von daher ist die Empfehlung der STIKO vernünftig, nunmehr auch die Zeitintervalle zwischen erster und zweiter Impfung zu verkürzen.”

Dies betrifft sowohl die mRNA-Impfungen als auch die Kreuzimpfungen, wobei Letztere nunmehr in vier-wöchigem Abstand vollzogen werden sollen. Denn gerade die Situation in UK und Israel, die kürzlich noch für ihre Impfkampagnen gefeiert wurden, lehrt uns, dass nur eine schnelle und vor allem vollständige Impfung (inklusive zweiter Dosis) die Chance bietet, die Delta-Welle zu brechen, ansonsten droht ein déjà-vu-Erlebnis wie im Herbst 2020. Der Schein trügt: wenn wir jetzt nicht schnell und entschlossen in der ‚Sommerpause‘ handeln, wird uns bereits in wenigen Wochen eine hohe vierte Welle mit allen Konsequenzen entgegenrollen.

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